PRK – Photorefraktive Keratektomie

PRKDie PRK – Photorefraktive Keratektomie hört sich erstmal recht kompliziert an, lässt sich aber dennoch erklären. Dieser Begriff bedeutet in etwa Entfernung (Ektomie) der Augenhornhaut (Keratos) und Änderung der Brechkraft (Refraktion) durch Licht (photo), abgekürzt PRK.

Bei diesem Eingriff wird zunächst die Deckschicht der Augenhornhaut, das Epithel, entfernt. Das geschieht entweder mechanisch mit einem Instrument oder chemisch. Erst die darunterliegende Schicht wird dann in ihrem Zentrum mit dem Excimer-Laser bearbeitet.

Der Laser arbeitet computergesteuert gemäß vorher berechneter Daten. Etwa 30 Sekunden lang müssen Sie das blinkende Licht des Lasers fixieren, ohne das Auge zu bewegen. Kleinere Bildbewegungen gleicht das Computerprogramm selbstständig aus. Sollten Sie den Blick versehentlich stärker schweifen lassen, schaltet das System den Laser aus.

Die vom Laser ausgesandten Impulse sind als schwaches Knattern hörbar. Dass es leicht verschmort riecht, ist normal.

Für wen eignet sich PRK – Photorefraktive Keratektomie?

Die deutsche Kommission refraktive Chirurgie (KRC) nannte im Jahr 2007 für PRK folgende Anwendungsbereiche:

  • Kurzsichtigkeit bis -6 dpt
  • Astigmatismus bis 5 dpt
  • Liegen Kurzsichtigkeit und Astigmatismus gleichzeitig vor, bestimmt die Summe aus beiden Werten die Eignung. Als Grenzwert gilt 5,5. Dieser Zahlenwert ergibt sich zum Beispiel aus einer Kurzsichtigkeit von -2,5 dpt und einem Astigmatismus von 3 dpt.

Als Grenzbereiche sind angegeben:

  • Kurzsichtigkeit bis -8 dpt
  • Astigmatismus bis 6 dpt
  • Weitsichtigkeit bis +4 dpt

Nachsorge und Schmerzen nach einer PRK?

Die allgemeinen Hinweise zum Verhalten vor und nach der Operation, die für alle chirurgischen Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten gelten.

Nach einer PRK ist immer mit Schmerzen zu rechnen. Um sie schon im Ansatz abzufangen, kann etwas eine Stunde vor dem Eingriff ein Schmerzmittel wie Ibuprofen eingenommen werden.

Nach dem Eingriff werden Augentropfen mit einem Wirkstoff wie beispielsweise Diclofenac, ein nichtsteoridales Antirheumatikum (NSAR), eingetropft. Das Mittel wirkt entzündungshemmend und leicht schmerzstillend.

Diclofenac oder ein ähnlicher Wirkstoff, zum Beispiel Ibuprofen, kann auch eingenommen werden. Vor allem am ersten Tag nach dem Eingriff kann es hilfreich sein, den Augenbereich zu kühlen.

Diese Schmerzlinderung mit Augentropfen und eventuell Tabletten kann ein bis zwei Tage lang erforderlich sein.

Um die Infektionsgefahr zu begrenzen, müssen darüber hinaus Augentropfen mit einem Antibiotikum angewendet werden. Das wird fortgesetzt, bis Kontrolluntersuchungen zeigen, dass sich die oberste Zellschicht neu gebildet und die Hornhaut wieder geschlossen hat. So lange bleibt die Kontaktlinse im Auge. In dieser Zeit werden alle Augentropfen in das Auge gegeben, in dem sich weiterhin die Kontaktlinse befindet.

Zusätzlich sind bis zu drei Monate lang kortisonhaltige Augentropfen erforderlich.

Probleme und Risiken einer PRK

Die verletzte Hornhautoberfläche ist der Grund für die mäßigen bis teilweise erheblichen Schmerzen. Sie lassen im Verlauf von etwa drei bis fünf Tagen nach, wenn sich die Deckschicht der Hornhaut neu gebildet hat und sich die Wunde schließt.

Nach dem Eingriff kann ein Fremdkörpergefühl vorhanden sein. Die Augen können brennen, tränen und geschwollen sein. Diese Beschwerden werden in den folgenden zwei bis drei Tagen schwächer. Vorübergehende Störungen, aber auch anhaltende Probleme treten umso häufiger auf, je ausgeprägter der korrigierte Sehfehler ist.

  • Mindestens eine bis zwei Wochen dauert es, bis sich eine gute Sehschärfe eingestellt hat. In dieser Zeit kann das Arbeiten im Nahbereich erschwert sein.
  • Kurz nach dem Eingriff kann eine ungewöhnliche Blendempfindlichkeit bestehen. In dieser Zeit sollten Sie nicht mit dem Auto fahren. Gefährlich kann vor allem das Autofahren in der Dämmerung und bei Nacht sein. Bei manchen Menschen hält die verstärkte Blendempfindlichkeit monatelang an und bildet sich erst sehr langsam zurück.
  • Das Sehvermögen in der Dämmerung und bei Nacht kann sich dauerhaft verschlechtern. Um Lichtquellen werden farbige Ringe (Halos) gesehen, Schattenbilder irritieren. Manche Menschen sehen verzerrt oder Doppelbilder. Diese Probleme treffen insbesondere Menschen, deren Pupillen sich in der Dunkelheit sehr stark weiten. Bei ihnen fällt das Licht sowohl durch den behandelten als auch den nicht behandelten Teil der Hornhaut ins Auge und wird unterschiedlich gebrochen. Diese Sehverschlechterung kann so weit gehen, dass die Betreffenden nicht mehr verkehrstüchtig sind.
  • In der Hornhaut können sich Fasern anreichern, die aus der Tiefe an die Oberfläche wandern. Dadurch trübt sich der Blick und das Bild erscheint verschwommen (Haze). Das kann sich im Verlauf eines halben Jahres bessern. Kortisonhaltige Augentropfen sollen das Abklinken beschleunigen.
    Haze tritt bei Kurzsichtigkeit von mehr als -6 dpt, bei der relativ viel Gewebe abgetragen werden muss, deutlich häufiger auf als bei geringerer Kurzsichtigkeit. Auch bei der Korrektur von Weitsichtigkeit ist die Haze-Bildung stärker ausgeprägt.
    Ist diese Sehbeeinträchtigung nach einem Jahr immer noch sehr störend, kann eine erneute Operation infrage kommen. Gegebenenfalls kann sogar eine Hornhauttransplantation erforderlich werden.

Weitere Probleme nach einer PRK

  • Kontraste können weniger scharf wahrgenommen werden. Auch das kann sich innerhalb eines halben Jahres bessern.
  • Innerhalb der ersten Wochen und Monate kann sich der Operationserfolg teilweise wieder zurückbilden. Sie merken es daran, dass Sie zunehmend schlechter sehen.
  • Häufig stellt sich ein Gefühl von Trockenheit am Auge ein. Das bessert sich innerhalb des nächsten halben Jahres. In dieser Zeit kann Konservierungsmittelfreie künstliche Tränenflüssigkeit die Symptome lindern.
  • Ganz selten kommt es zu einer Infektion der Hornhaut, die Narben zurücklässt, nachdem sie abgeheilt ist. Das kann das Sehen erheblich beeinträchtigen.
  • Ebenfalls ganz selten bilden sich sehr starke Narben, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen.
    Derartige Vernarbungen kann man mit einer zweiten Operation versuchen zu beseitigen. Dieser Eingriff kann frühestens ein halbes Jahr nach dem ersten erfolgen.

Das Ergebnis nach einer PRK

Ob Sie nach dem Eingriff tatsächlich keine Sehhilfe mehr benötigen, hängt nicht nur vom Operationsergebnis ab, sondern auch von Ihren individuellen Sehansprüchen. Manche Menschen geben sich klaglos damit zufrieden, dass sie in bestimmten Abständen ein wenig undeutlich sehen, andere bestehen in allen Sehbereichen auf einer optimalen Sicht.

Als Vergleich für die Zahlenwerte, die die Operationsergebnisse beschreiben, sollen hier die gestzlichen Anforderungen an das Sehrvermögen für den Erwerb des Führerscheins herangezogen werden. Der Sehtest gilt als bestanden, wenn die Sehschärfe am Tage mindestens 0,7 beträgt. Eine sehr gute Sehschärfe ist durch den Wert 1 gekennzeichnet. Bei manchen Menschen geht Sehschärfe allerdings deutlich darüber hinaus. Sie wird dann zum Beispiel mit 1,6 angegeben.

Etwa einen Monat nach dem Eingriff lässt sich sagen, wie gut das Operationsergebnis mindestens ausgefallen ist. Doch bei vielen Operierten verbessert sich die Sehschärfe in den Folgemonaten noch deutlich. Endgültig lässt sich das Ergebnis erst nach zwei Jahren beurteilen; so lange kann es dauern, bis die Hornhaut nach dem Eingriff wirklich zur Ruhe gekommen ist.

Video über PRK