Lasik bei Weitsichtigkeit

HyperopieDie Weitsichtigkeit ist bei Kleinkindern der häufigste Refraktionsfehler. Im Mittel liegen die Dioptrien zwischen +1,5 und +1,75, nur ungefähr 5 Prozent haben mehr als +3,5 Dioptrien. In den USA beträgt die Häufigkeit 3,6 Prozent. Durch das Wachstum des Augapfels verschwindet diese Weitsichtigkeit meist wieder völlig.

Die hohe Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Ein weitsichtiges Auge ist kürzer gebaut als das normalsichtige Auge, es ist also weniger als 23,5 mm lang. Bei der Weitsichtigkeit gibt es keine Unterteilungen in gering-, mittel- bzw. hochgradig, so wie dies bei der Kurzsichtigkeit der Fall ist. Üblicherweise wird bei mehr als 5 Dioptrien aber von einer hohen Weitsichtigkeit gesprochen.

Aufgrund des Kurzbaus des Auges haben im Bereich der Kammerwinkelbucht die dortigen Gewebestrukturen, wie Hornhaut, Regenbogenhaut und Strahlenkörper nicht viel Platz. Es entsteht ein „enger“ Kammerwinkel. Wird die Linse durch einen grauen Star noch etwas dicker, legt sich der Rand der Regenbogenhaut (Pupillarsaum) auf die Linse und das Kammerwasser kann nicht mehr frei von der Hinterkammer in die Vorderkammer fließen (Pupillarblock). Daraufhin steigt der Druck in der Hinterkammer, die Regenbogenhaut wölbt sich wie ein Segel im Wind nach vorne und verschließt im Kammerwinkel den Abfluss des Kammerwassers (Winkelblock). Dieser Mechanismus wird vor allem bei einer bestimmten Pupillenweite ausgelöst: bei Dämmerung, im Kino, beim Fernsehen in gering beleuchteten Raum oder nach (emotionaler oder medikamentöser) Pupillenerweiterung, wenn sie wieder eng zu werden beginnt.

Was bemerkt man bei einem Winkelblock?

Verschließt sich der Winkel innerhalb einiger Stunden, entsteht ein „Grüner-Star-Anfall“. Die Augenbindehaut wird hochrot durch die vermehrte Gefäßfüllung, die Hornhaut getrübt, die Pupille mittelweit und lichtstarr, der Augapfel steinhart, das Sehvermögen stark herabgesetzt und man verspürt einen sehr starken, dumpfen Schmerz in der Augenhöhle. Zusätzlich kommt es zu Erbrechen und auch Bauchschmerzen. Dies wird als medizinischer Notfall angesehen und bedarf einer raschen Klinikeinweisung. Nur durch medikamentöse und laserchirurgische Therapie kann der Anfall behoben werden. Sonst erblindet das Auge innerhalb von wenigen Tagen.

Der Winkelverschluss kann aber auch langsam über Jahr vonstatten gehen, dann entsteht ein „chronisches“ Winkelblockglaukom. Subjektiv nimmt man Farbringe um Lichtquellen wahr oder verspürt einen mäßigen, aber nicht anhaltenden Schmerz im Auge. Leider wird dies hie und da mit einem Migränekopfschmerz verwechselt.

Kann man etwas gegen einen Winkelverschluss machen?

Augenärzte untersuchen den Kammerwinkel mit einem speziellen Glas (Gonioskop, griech.: gonios = Winkel, skopein = schauen) und erkennen die Situation des engen oder verschlussgefährdeten Kammerwinkels sofort.

Durch ein winziges Loch in der Regenbogenhaut, das praktisch schmerzlos mittels eines Lasers geschaffen wird, kann dieser Pupillarblock und der danach folgende Winkelblock verhindert werden. Das Kammerwasser braucht dann nicht mehr durch die Pupille zu fließen, sondern strömt durch dieses kleine Loch. Da es bei 12 Uhr (entsprechend dem Zifferblatt einer Uhr), also oben gemacht wird, bemerkt man subjektiv nichts davon, weil dieser Bereich der Regenbogenhaut vom Oberlid bedeckt ist.