Der Excimer Laser

Excimer-Laser

Laser ist die Abkürzung für „light amplification by stimulated emission of radiation“, was übersetzt heißt: Lichtverstärkung durch angeregte Emission von Strahlung. Der Laser ist ein Licht bestimmter Wellenlänge mit sehr großer Energie, die von energetisch angeregten Elementen stammt. Sie geben dem jeweiligen Lasertyp seinen Namen, zum Beispiel Argon-Laser oder Neodym-YAG-Laser. Wellenlänge und Energie des Lasers bestimmen, wie er sich auf das Körpergewebe auswirkt und für welche Funktion er eingesetzt wird.

Eine Sorte Laser erwärmt Gewebe geringfügig, weil Farbstoffe im Gewebe das Laserlicht absorbieren. Dieser Effekt wird bei Muskelverspannungen genutzt.

Bei einem anderen Laser ist die Wärmeentwicklung so stark, dass die Eiweiße im Gewebe ihre Form ändern. Mit diesem Laser kann man Gewebe punktgenau „verschweißen“. Das wird zum Beispiel bei Netzhautschäden genutzt, um die Netzhaut um ein Loch herum am Untergrund anzuheften. So lässt sich ihre Ablösung verhindern.

Eine dritte Art von Laser kann dort, wo das Licht auftrifft, die Temperatur so stark erhöhen, dass die Flüssigkeit in den Zellen explosionsartig verdampft.

Zu dieser letzten Art von Laser gehört der in der refraktiven Chirurgie vor allem eingesetzte Excimer Laser (engl.: excit-ed dimer = angeregtes Molekül, das aus zwei miteinander verbundenen Elementen besteht). Die Energie des Excimer Laser liefern die angeregten Gase Argon und Fluorid. Das Laserlicht wird in Stößen abgegeben, die etwa 20 Nanosekunden lang dauern. Die derzeit gebräuchlichen Augenlaser wiederholen diese Stöße 100 bis 500 Mal pro Sekunde. Ihr Strahl ist zwischen 07 und 1 Millimeter groß.

Die Laserwirkung beruht darauf, dass die Bindungen zwischen Molekülen gelockert werden und zugleich Zellwasser verdampft. Dadurch werden an der Stelle, auf die der Laserstrahl gerichtet ist, winzig kleine Gewebepartikel abgesprengt. Im Gegensatz zu chirurgischen Messer oder ähnlichen Instrumenten trennt der Laser extrem dünne Gewebeschichten ab, ohne sie zu berühren. Durch Aneinanderreihen vieler Laserpulse wird eine Fläche verändert. Mehrfaches Einwirken an einer Stelle vertieft den Bereich. Durch die Kombination aus beidem wird die Hornhaut gemäß der vorher errechneten Brechkraft modelliert. Diese Umformung der Hornhaut läuft nahezu vollständig computergesteuert ab.

Da der Excimer Laser so gut wie keine Wärme entwickelt, bleibt das umliegende Gewebe weitgehend unbeschädigt.

Mit dem Laser wird computergesteuert Hornhautgewebe wie auf einer Drehbank abgetragen und dadurch der Krümmungsradius und so die Brechkraft der Hornhaut verändert. Bei der Kurzsichtigkeit wie die Hornhaut abgeflacht und deren Brechkraft herabgesetzt. Bei der Weitsichtigkeit wird die Hornhaut zentral aufgeteilt und deren Brechkraft erhöht. Bei der Korrektur des Astigmatismus erfolgt eine elliptische Abtragung.

Vor jeder Laserbehandlung ist es wichtig, die Dioptrienzahl zu bestimmen und die Hornhautoberfläche genau zu vermessen (Hornhauttopografie).

Die Excimer Laser Behandlung

Bei der Excimer-Laserbehandlung unterscheidet man grundsätzlich zwei Verfahren:

  1. Oberflächenverfahren
  2. Intrastromale Verfahren

Bei den Oberflächenverfahren wird die oberste Zellschicht der Hornhaut (Epithel)

  • mit einem Messer entfernt (Photorefraktive Keratektomie =PRK) oder
  • mit Alkohol gelöst und zurückgerollt (Laser Subepitheliale Keratektomie = LASEK) oder
  • mit einem stumpfen Hornhauthobel zurückgeschoben (Epi-LASIK).

Danach erfolgt die Laserbehandlung, die einige Sekunden dauert. Anschließend wird das Epithel, außer bei der PRK, wo es von selbst zuwächst, wieder ausgebreitet und zum Schutz der Hornhaut eine Kontaktlinse appliziert. Diese wird nach 3-4- Tagen entfernt. Nach der Laserbehandlung werden kortison. und antibiotikumhältige Augentropfen zur Entzündungshemmung und Abtötung von Keimen verordnet.

Video zum Excimer Laser